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zur Philosophie Leonard Nelsons

Zur Geschichte der PPA seit dem Zweiten Weltkrieg

siehe auch

 Zur Geschichte der PPA bis 1933 


Anhänger Nelsons fanden sich nach dem zweiten Weltkrieg wieder zusammen und gründeten 1949 die PPA als einen eingetragenen, gemeinnützigen Verein, der bis heute besteht. Die Wiedergutmachung für das von den Nationalsozialisten beschlagnahmte Vermögen, um die sich besonders  Nora Platiel und  Erich Lewinski bemüht hatten, diente als Gründungskapital, Spenden und Legate von Freunden trugen in der Folgezeit zur finanziellen Basis bei. Die PPA als gemeinnütziger Verein ist eng verbunden mit ihrer 1994 gegründeten Tochterorganisation  "Gesellschaft für Sokratisches Philosophieren e. V.", die 1994 gegründet wurde. Das Ziel beide Organisationen ist die Pflege der Kritischen Philosophie in der Tradition Nelsons und der Theorie und Praxis des Sokratischen Gesprächs nach Nelson/Heckmann.

Die PPA entfaltete von damals bis heute vielfältige Aktivitäten zur Erinnerung an das Wirken und zur Fortentwicklung des Werks von Nelson. Damit sollte einerseits das wissenschaftliche Werk Nelsons zugänglich gemacht werden, um seine Rezeption und die kritische Diskussion zu ermöglichen. Andererseits wurden und werden bei den regelmäßigen Treffen der PPA-Mitglieder zweimal im Jahr Tagungen und im Zusammenhang mit der Nelson'schen Philosophie und ihrer Weiterentwicklung veranstaltet. Hinzu kommen besondere Gedenktage wie etwa zum 80. Geburtstag und 35. Todestag Nelsons Mitte November 1962.

Bemerkenswert sind auch die Preisausschreiben, die PPA seit Mitte der sechziger Jahren veranstaltete. So zum Beispiel am 1. Mai 1964 zum Thema "Leonard Nelsons philosophische Begründung der Politik in ihrer Bedeutung für die Sozialwissenschaften", 1970 "Beiträge zur Friedensforschung im Werk von Leonard Nelson, 1975 "Leonard Nelsons Beitrag zur Begründung der Ethik als Wissenschaft im Lichte neuerer Ansätze zur Entwicklung und Rechtfertigung ethischer Lehren" , 2001 "Antisemitische und antijudaistische Motive bei Denkern der Aufklärung".

Insgesamt erstrecken sich die Aktivitäten der PPA seit den 70er Jahren auf drei Bereiche:

  • die Durchführung von philosophischen und politischen Tagungen, die sich mit Grundlagen der Politik, mit Kritischer Philosophie und mit Philosophiedidaktik befassen;
  • die Förderung und Herausgabe von Publikationen zur Philosophie Nelsons und zur Kritischen Philosophie. Dazu gehören vor allen seit den 80er Jahren auch Veröffentlichungen zu den philosophischen Grundlagen aktueller politischer und bildungspolitischer Fragen;
  • die Pflege und Weiterentwicklung des Sokratischen Gesprächs in Theorie und Praxis.

Symposien und Tagungen

Von 1951 bis zum Beginn der 90ziger Jahre fanden jährliche Pfingsttagungen "Geist und Tat" für die Schüler und Anhänger Nelsons und für die Leser der gleichnamigen Zeitschrift (die 1971 nach dem Tod ihres Herausgebers Willi Eichlers eingestellt wurde) statt. Im Mittelpunkt standen vor allem Themen, die sich mit der politischen Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland und Europas verfassten, z. B. Die Zukunft des Sozialstaats, Friedenssicherung und Friedensbewegung, Politische Moral und multikulturelle Gesellschaft, Arbeitslosigkeit und Menschenwürde.

Im Jahre 1977 fand aus Anlass seines 50. Todestages ein Leonard Nelson-Symposion statt, das die PPA gemeinsam mit der Philosophischen Fakultät der Universität Göttingen veranstaltete. Die PPA hatte eine Reihe von internationalen Philosophen eingeladen, über ein von ihnen zu wählendes, die Nelson'sche Philosophie berührendes Thema zu sprechen. Die Hauptvorträge waren die Antworten auf diese Einladung. Daneben gab es in gleichzeitigen Parallelveranstaltungen stattfindende Sektionsvorträge, die nicht auf Einladung der Akademie gehalten wurden, sondern nach der öffentlichen Ankündigung des Symposions von Interessenten angemeldet worden waren. Über 100 Personen meldeten sich zu dieser Tagung an, des Weiteren erschienen zahlreiche Studenten und andere Interessierte aus Göttingen. Nora Walter organisierte eine Nelson-Ausstellung mit zahlreichen Zeugnissen seines Wirkens im IJB, in der Walkemühle und schließlich im ISK von den Anfängen bis zur Zerschlagung des ISK durch die Nationalsozialisten, die auch alle anderen Organisationen des ISK verbot und ihre Gebäude beschlagnahmt hatte.

Im Anschluss an das Symposion wurde im Rahmen einer kleinen Gedenkfeier eine Erinnerungstafel am Göttinger Haus Nikolausberger Weg 61 befestigt, in dem Leonard Nelson 20 Jahre seines Lebens verbracht hatte.

Seit den 80er Jahren veranstaltet die PPA wiederholt Tagungen zur aktuellen politischen und bildungspolitischen Fragen an unterschiedlichen Orten. Die Referenten kamen aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, das Publikum bestand zum Teil aus Wissenschaftlern, zum Teil aus politisch aktiven und interessierten Bürgern. Die Tagungen waren als offene Foren angelegt, bei der alle Beteiligten miteinander in einen Diskurs eintreten konnten. Exemplarische Themen waren: Die Aktualität Leonard Nelsons (Thomas Meyer), Psychologische Grundlangen der Friedenserziehung (Hanspeter Nolting), An welchen Werten sollten sich pädagogische Entscheidungen orientieren? (Wolfgang Klafki), Zukunftsethik und Industriegesellschaft (Thomas Meyer/ Susanne Miller).

Der Beginn der Medien- und Informationsgesellschaft und die Entwicklung einer globalen Wirtschaft warfen in den 80er und 90er Jahren viele kritische Fragen auf, mit denen sich die PPA beschäftigte. Durch die enge Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert-Stiftung unter dem Vorsitz von Susanne Miller und ab 1990 von Thomas Meyer wurden in dieser Zeit in der damaligen Bundeshauptstadt Bonn, anschließend in Berlin eine Reihe großer Tagungen mit führenden Politikern und bekannten Wissenschaftlern durchgeführt, die viel Beachtung fanden und zu denen auch entsprechende Publikationen erschienen sind. Thomas Meyer organisierte in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung nach 2000 in Berlin eine Tagungsreihe "Grundwerte Forum" in Berlin, die ebenfalls große Beachtung fand.

Außerdem veranstaltete die PPA an den Todestagen Nelsons 1987, 1997, 2007 Gedenktagungen oder Symposien. 1987 wurde zum Werk Nelsons eine Ausstellung mit dem Titel, "Wie Vernunft praktisch werden kann (Barbara Neißer) gezeigt, und 1997 erschien ein Film "Macht und Ohnmacht der Vernunft" (Barbara Neißer /Kai Böck) zur Rezeptionsgeschichte der Nelsonschen Philosophie. 2007 wurde ein Symposium an der Universität Göttingen durchgeführt, das erforschte, ob und inwieweit Nelson als Vertreter der analytischen Philosophie verstanden werden kann. (Vgl. dazu Tagungen der PPA seit 1990).

Seit 1992 veranstaltete die PPA in Kooperation mit den Sokratischen Leitern und seit 1994 mit der GSP auch Tagungen zur Weiterentwicklung der Theorie und Praxis des Sokratischen Gesprächs und zu philosophiedidaktischen Fragen. (Vgl. Archiv/Tagungen)

Seit 1998 führt die PPA in enger Kooperation mit der englischen Gesellschaft SFCP internationale Tagungen zur Kritischen Philosophie und zur Entwicklung des dialogischen und sokratischen Philosophierens in einer globalen Gesellschaft durch. (Vgl. Archiv/Tagungen)

Publikationen

1957 gründete der Nelson-Schüler Julius Kraft die deutsch-englische philosophische Zeitschrift "Ratio", die bis 1980 existierte. Ihre deutsche Ausgabe (1957 bis 1960) wurde von der PPA gefördert und erschien im Verlag "Öffentliches Leben". Im Februar 1971 wurde der erste Band der  gesammelten Schriften von Leonard Nelson, "Die Schule der kritischen Philosophie und ihre Methode" publiziert, sowie bis einschließlich 1974 die restlichen acht Bände seiner Arbeiten zur Philosophie, Politik und Pädagogik, jeweils eingeleitet von ehemaligen Freunden und Weggefährten Nelsons. Hinzu kamen andere Veröffentlichungen von Teilen seiner Werke, die besondere Aspekte seiner philosophischen und politischen Arbeiten beleuchten wie etwa 1974 die von Heinz-Joachim Heydorn herausgegebene und eingeleitete Studienausgabe. Des Weiteren unterstützte die Akademie Übersetzungen von Nelsons Schriften z. B. ins Englische, Bulgarische und Spanische. In den 80er und 90er Jahren wurden vor allem Publikationen zu den Tagungen herausgegeben sowie zur Geschichte des IJB und des ISK, deren umfangreiche archivalische Hinterlassenschaft sich seither im Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung befindet und dort für jedermann zugänglich ist.

Seit 1994 erscheint im Auftrag der PPA die  Schriftenreihe "Sokratisches Philosophieren", in der neuere theoretische Aspekte des Sokratischen Gesprächs erläutert und diskutiert und Erfahrungen mit dem Sokratischen Gespräch in unterschiedlichen Anwendungsbereichen (Unterricht, Lehrerbildung, Unternehmensberatung) dargestellt werden.

Seit 2003 führen die PPA und das Fach Politikwissenschaft der Technischen Universität Dortmund gemeinsame Arbeitstagungen durch, die  Dortmunder politisch-philosophischen Diskurse, die abseits von tagespolitischen Auseinandersetzungen einen Raum für die Diskussion politischer Grundlagenthemen bieten. Die Vorträge werden jeweils publiziert.

Sokratische Gespräche

Gustav Heckmann, der die Sokratische Methode durch Nelson kennengelernt und als Lehrer im Landerziehungsheim Walkemühle praktiziert hatte, führte nach seiner Rückkehr aus dem Exil in die BRD (1946) bald wieder Sokratische Gespräche durch. Er ergänzte diese Methode und stellte ihre Bedeutung für die Bildungsarbeit und für die Entwicklung der personalen Kommunikationsfähigkeit und des Urteilsvermögens heraus (vgl.  Heckmann 1993). Als Professor für Pädagogik in Hannover sammelte er einen Kreis von jungen Menschen um sich und bildete diese in den 70ziger Jahren zu Sokratischen Leitern und Leiterinnen aus. In den 80er Jahren vergrößerte sich dieser Kreis sehr rasch und umfasst heute ca. 40 Personen.

Seit 1966 finden die von  Erna Blencke und  Gustav Heckmann gegründeten "Sokratischen Wochen" der Akademie außerhalb der Hochschule an unterschiedlichen Orten statt. Dreimal pro Jahr veranstalten Philosophisch-Politische Akademie und GSP gemeinsam diese Wochenseminare, die Menschen verschiedener Berufs- und Altersgruppen die Praxis des Sokratischen Gespräches vermitteln. In jeweils drei bis vier Gruppen von nicht mehr als 12 Teilnehmern werden Themen behandelt, die dem Erfahrungsbereich aller Teilnehmer zugänglich sind und bei denen durch Dialog Einsichten gewonnen werden können (vgl.  Grundlagen des Sokratischen Gesprächs).

1994 hat sich der Kreis der Sokratischen Leiterinnen und Leiter zur  "Gesellschaft für Sokratisches Philosophieren e.V. (GSP)" zusammengeschlossen .

Philosophisch-Politische Akademie und GSP fördern gemeinsam die Theorie und Praxis des Sokratischen Gesprächs in der Tradition von Nelson und Heckmann. Sie veranstalten zu diesem Zweck außer den Sokratischen Wochen regelmäßige Treffen der Sokratischen Leiterinnen und Leiter und wissenschaftliche Tagungen.

Die  "Freunde und Förderer des Sokratischen Gesprächs e. V. (FFSG)" haben es sich zur Aufgabe gemacht, solche Menschen zu unterstützen, für die die Teilnahme an Sokratischen Gesprächen aus finanziellen Gründen unmöglich wäre.


siehe auch

 Zur Geschichte der PPA bis 1933 

Aktuell
Sokratische Gespräche 2017 /
Socratic Dialogues 2017
Deutsch:
GSP-Programm 2017 (pdf)
Anmeldung Sokratische Gespraeche 2017 (doc)
Anmeldung Sokratische Gespraeche 2017 (pdf)
English:
GSP-Programme 2017 (pdf)
Enrolment Socratic Dialogues 2017 (doc)
Enrolment Socratic Dialogues 2017 (pdf)
Rückschau
Kompetenzorientierung und (Un-)Mündigkeit
Ein Streitgespräch
9. Münstersche philosophiedidaktische Tagung
Sa, 26. November 2016
Einladung und Programm
Sokratische Gespräche 2016 /
Socratic Dialogues 2016
Deutsch:
GSP-Programm 2016 (pdf)
Anmeldung Sokratische Gespraeche 2016 (doc)
Anmeldung Sokratische Gespraeche 2016 (pdf)
English:
GSP-Programme 2016 (pdf)
Enrolment Socratic Dialogues 2016-E (doc)
Enrolment Socratic Dialogues 2016 (pdf)
Bedingungsloses Grundeinkommen
Dortmunder politisch-philosophische Diskurse
(10. Juni 2016)
Einladung und Programm

Zuletzt erschienen:
Sokratik und Urteilskraft in pädagogischer Praxis, hg. v. B. Neisser, Münster 2013
zum Verlag
Kinder philosophieren, hg. v. B. Neisser, U. Vorholt, Münster 2012
zum Verlag
Leonard Nelson: Typische Denkfehler in der Philosophie, hg. v. A. Brandt u. J. Schroth, Hamburg 2011
zum Verlag
The Challenge of Dialogue, hg. v. j. P. Brune, H. Gronke, D. Krohn, Münster 2011
zum Verlag
Klaus Draken: Sokrates als moderner Lehrer, Münster 2011
zum Verlag

Besuchen Sie auch die Schwester-
organisation

SFCP

(Society for the Furtherance of Critical Philosophy)

 

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